Das vom Kultursekretariat NRW Gütersloh jährlich angebotene Förderprogramm „Stadtbesetzung“ ist ein flexibler Rahmen für temporäre künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum. Die Initiative STADT.KUNST in Herten will sich dieses Jahr wieder daran beteiligen. Nach der erfolgreichen Stadtbesetzung 2023 „Eat Art Connections – Buffet am Wasserrschloss“, die die Orangerie und den Schlosspark als Mittel- und Ausgangspunkt hatte, will STADT.KUNST in der diesjährigen Aktion „STADT – PARK“ die Beziehungen zwischen Innenstadt und Schlosspark künstlerisch inszenieren.
Die denkmalgeschützte ehemalige Orangerie im Schlosspark, die seit 2006 mit Hilfe von Fördermitteln des Landes und durch Unterstützung durch den Förderverein Orangerie Herten e.V. wiederaufgebaut wird, feiert 2025 ihr 300jähriges Bestehen. Zusammen mit dem spätgotischen Wasserschloss bildet das Ensemble den ältesten Teil der Stadt Herten. Erst 1974 war der Schlosspark der Öffentlichkeit zugänglich und nicht mehr abgeschlossenes Besitztum der Adelsfamilie von Nesselrode-Reichenstein. Unmittelbar an den Schlosspark grenzt die Innenstadt von Herten an. Auch sie unterliegt ständigen Veränderungsprozessen, um sich den Bedürfnissen der Bürgerschaft anzupassen. Aktuell geschieht dies unter anderem mit der stadtplanerischen Zielsetzung, Bäume wieder vermehrt in die Stadt zu holen.
Hier setzt die künstlerische Aktion „STADT – PARK“ an. Der Viersener Künstler, Designer und Kulturpädagoge Garvin Dickhof inszeniert in einer Tagesaktion eine künstlerische Verbindung zwischen InnenSTADT und dem SchlossPARK bzw. der Orangerie.
Garvin Dickhof rückt mit Hilfe von Bauklötzen und Pappkartons Objekte und Orte im städtischen Raum ins Blickfeld und macht sie neu erfahrbar. Unter seiner künstlerischen Anleitung werden Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt partiell umgestalten und in ein neues Licht rücken. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Verbindungen und Begegnungen zwischen Altem und Neuen, zwischen Natur und Urbanität und wie sich eine Stadt stehts im Wandel befindet. Gemeinsam sollen die Spuren der Veränderung im Stadtbild künstlerisch nachgezeichnet und betont werden können. Dazu werden zwei Kunstaktionen präsentiert:
„DisCover“ 06.09.2025 12-15 Uhr
Die beliebte Schweineherde am Otto-Wels-Platz wird mit bis zu 10.000 Holzklötzen temporär umbaut. Dadurch wird der Blick auf die Kunst im öffentlichen Raum verändert, mit Sehgewohnheiten gebrochen und ein Perspektivwechsel herbeigeführt.
Diese Aktion ist ein Beitrag der Initiative STADT.KUNST zur städtischen Aktion „Kulturkilometer“, die an diesem Tag in der Innenstadt stattfindet.
„WanderWall“ 06.09.2025 ab 15 Uhr
Die interaktive Kunstinstallation thematisiert Grenzen, Wandel und Gemeinschaft. Eine temporäre Mauer aus 300 Pappkartons durchquert den Raum von der Innenstadt, konkret vom Rathausplatz, bis zur Orangerie im Schlosspark: Das begleitende Publikum lässt diese Mauer quasi wandern, indem es Kartons vorne aufbaut und sie hinten wieder abbaut. Vielleicht ist dies auch ein Anlass, über die Frage nachzudenken: Welche Grenzen bestimmen unser Leben, und wie können wir sie verschieben oder überwinden? Gegen 18 Uhr werden die 300 Kartons (angelehnt an das Orangerie-Jubiläum) an der Orangerie erwartet.
Das Kunstereignis wird gefördert aus Mitteln des Landes aus dem Programm „Stadtbesetzung“ sowie aus dem städtischen Kulturfonds durch das Kulturbüro der Stadt Herten.
Mareike Donath
Kontakt: stadtkunst-herten@t-online.de
Grafik des Titelbildes: Claudia Rath <claudia@sitzgruppe.de>

