Hertener Initiative zur Förderung von Kunst im öffentlichen Raum

Eat Art Connections verbindet sich mit dem Römermuseum in Haltern am See

Foto: LWL-Römermuseum ©J.Hähnel

 
Hertener Kunstprojekt „Eat Art Connections“ schaut über den Tellerrand und stellt Verbindung zur Esskultur der Römer her 

Herten/Haltern. Wie stand es um die Esskultur der Römer, was schmorte damals im Römertopf? Wie unterschied sich das Leben im herrschaftlichen Rom vom dem im fernen Heereslager? Und wie sind Künstler sowie Chronisten mit dem Thema umgegangen? Mit diesem Blick über den Tellerrand geht das ungewöhnliche Kunstprojekt „Eat Art Connections – Buffet am Wasserschloss“ der Hertener Initiative STADT.KUNST und des Hertener Kulturbüros jetzt in die nächste Runde: Nach dem Auftakt im April mit einem Kunstspaziergang durch den Schlosspark, an dem am 3. September ein künstlerisches Buffet installiert wird sowie einem Gespräch mit der Berliner Bildhauerin Sonja Alhäuser, die das Bankett inszeniert, wird es eine äußerst spannende KUNST.EXKURSION geben: Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind ebenso wie die Fachwelt am 18. Juni ins LWL-Römermuseum nach Haltern am See eingeladen. „Eat Art Connections“ schaut also weit zurück in die Römerzeit und stellt eine Verbindung zur Esskultur der Römer her. Und dafür ist der Standort Haltern genau richtig.

Austern und Wein: Höherrangige Römer wussten im Feindesland zu leben

Dort waren um Christi Geburt mehr als 5000 Legionäre stationiert, die während ihrer Dienstzeit im Krieg mit Lebensmitteln versorgt werden mussten. Neben Hinweisen auf Getreidebrei – das Hauptnahrungsmittel der Römer auf den Feldzügen – hat man in den Römerlagern in Westfalen jedoch auch Austernschalen, Pfefferkörner, Weinamphoren und vieles mehr gefunden, was darauf hindeutet, dass die römische Legion oder zumindest die höheren Dienstchargen ganz gut im Feindesland zu leben wussten. Dies ist in einer Führung vor Ort anhand der in Westfalen entdeckten Fundstücke aus römischer Zeit zu erleben.

 

Führung: Kontrast elitär zu populär zeigt sich auch in römischer Esskultur

Austernschalen versus Getreidebrei: „Der Kontrast elitär zu populär, geschlossene Gesellschaft zu öffentlichem Bankett, der am Hertener Wasserschloss bewusst unterstrichen wird, spiegelt sich in der römischen Welt genauso wider: Auch hier bilden das Leben der High Society, zu dem normal Sterbliche sicher keinen Zugang hatten, sowie das einfache Leben der Legionäre interessante Gegenpole“, sagt Dr. Josef Mühlenbrock, Leiter des LWL-Römermuseums, der um 16 Uhr mit seiner rund einstündigen Führung startet.

Kontrastprogramm: Vortrag und Lesung des „Gastmahl bei Trimalchio“

Anschließend folgt ein einmaliges, auf das Kunstprojekt „Eat Art Connections“ speziell zugeschnittenes Vortragsprogramm:  Unter dem Titel „EssKultur der Römer“ präsentiert der Museumsleiter, wie römisches Essen und Trinken in der damaligen Oberschicht zelebriert wurde. Kostbares Geschirr aus Silber und Wandmalereien aus den Vesuvstädten Herculaneum und Pompeji bezeugen etwa den üppigen Lebensstandard. Mit dabei ist die Museums- und Theaterpädagogin Marianne Gorissen. Sie schlüpft in römische Gewandung und liest aus dem so genannten „Gastmahl bei Trimalchio“. Diese Passage aus dem Roman „Satyricon“ des römischen Autors Petronius spielt im sonnigen Süden Italiens: Trimalchio, ein Freigelassener, ist durch Glück, Berechnung und Talent zu großem Reichtum gekommen. Ebenso exzentrisch wie steinreich, veranstaltet er ein Gastmahl für seine Freunde. Trimalchio wie seine Freunde zeichnen sich dabei durch peinliche Bildungslücken, Genuss-Sucht und ein gewaltiges Geltungsbedürfnis aus.

Ganz einfach mit dabei sein

Die Initiatoren hoffen nun gemeinsam auf reichlich Zuspruch aus Herten und Haltern. Übrigens: Der Vortag von Dr. Josef Mühlenbrock und Marianne Gorissen ist kostenlos. Zu entrichten ist lediglich der Gruppeneintrittspreis in Höhe von 5 Euro pro Teilnehmer für die Führung vor Ort. Eine formlose Anmeldung mit Namen und Emailadresse ist nur für die Führung erforderlich per Mail an: stadtkunst@t-online.de.

Info-Block

„Eart Art Connections“ – Exkursion zum LWL_Römermuseum

Eine Kooperation der Hertener Initiative STADT.KUNST sowie des Kulturbüros Herten mit dem LWL-Römermuseum in Haltern am See;

Sonntag, 18. Juni 2023, 16:00 Uhr Führung und 17:00 Uhr Vortrag und Lesung;

Treffpunkt im Museum, Weseler Str. 100, 45721 Haltern am See;

Für die Führung ist eine formlose Anmeldung erforderlich unter stadtkunst@t-online.de, der ermäßigte Eintritt für die Führung von 5 € ist vor Ort zu entrichten;

Vortrag und Lesung sind kostenfrei.

Weitere Infos unter www.stadtkunst-herten.de

Weitere Beiträge

Urbane Kunst auf der Neuen Zeche Westerholt

Urbane Kunst auf der Neuen Zeche Westerholt Die Maienzeit hat begonnen, eine gute Zeit für einen Spaziergang, vor allem mal wieder für einen KUNST.SPAZIERGANG. Die

Eat Art Connections – das Magazin

EAT Art Connections – das Magazin Zu unseren Eat Art Connections gibt es nun ein Magazin, das die Erinnerung an alle 10 Ereignisse des halbjährigen